Elterninformationsschreiben

Mit diesem Schreiben möchte sich die Elternpflegschaft der GGS Sürster Weg in Zusammenarbeit mit der Elterninitiative und dem Vorsitzenden der Rheinbacher Schulpflegschaft an die Eltern, insbesondere der dritten Klassen, wenden.

Eine Eskalation, wie Anfang 2018, bei der Vergabe der Schulplätze an der Gesamtschule konnte in diesem Jahr für die neuen fünften Klassen des Schuljahres 2019/2020 gerade noch so umgangen werden. Durch die erhöhten Klassenstärken und die frühzeitige Genehmigung der Sechszügigkeit konnten alle Rheinbacher Kinder auch einen Platz an der Gesamtschule Rheinbach bekommen.

Wir sollten uns aber nicht vormachen, dass es in Zukunft auch immer so bleiben wird. Die Erhöhung der Klassenstärken bis zum gesetzlich zulässigen Maximum ist sicher auch nicht gerade förderlich für eine gute Ausbildung unserer Kinder. Kritischer sind aber andere Faktoren, die insbesondere die Kinder der aktuellen dritten Klassen in Rheinbach betreffen. Der aktuelle Jahrgang der dritten Klassen ist wieder ein extrem starker Jahrgang, durch den mindestens so viele Kinder an der Gesamtschule erwartet werden wie im „Horrorjahr“ 2018. Hinzu kommt die räumliche Situation an der Gesamtschule, die weitere sechszügige Klassen nicht mehr zulässt. Das betrifft dann nicht unbedingt nur die Klassenräume, die ggf. durch Container erweitert werden könnten, sondern auch die anderen Räumlichkeiten wie zum Beispiel Fachräume, Turnhalle etc.. Hier Abstriche in Kauf zu nehmen (sofern überhaupt möglich) würde sich negativ auf die Lernqualität aller Kinder an der gesamten Schule auswirken.

Viele haben ja bereits in der Presse darüber gelesen, dass eine Umwandlung der Sekundarschule in Swisttal zu einer Gesamtschule für das Schuljahr 2020/2021 geplant ist. Inwieweit das wirklich umgesetzt werden kann, ist noch unklar. Wir erinnern uns ja noch alle an die Situation mit der geplanten Gesamtschule in Alfter. Die Politik hat versucht, die Eltern mit dem Hinweis auf die neue Gesamtschule in Alfter zu beruhigen. Letztendlich ist die Entstehung der Schule aber aufgrund einer zu geringen Anzahl an Anmeldungen gescheitert. Dies kann in Swisttal ebenfalls passieren.

Gespräche mit vielen Eltern aus der Gemeinde Swisttal zeigen, dass bei ihnen aktuell auch kein gesteigertes Interesse an einem Schulplatz an der Schule in Heimerzheim besteht, was der Anbindung der Schule in Heimerzheim an den ÖPNV geschuldet ist. Für viele Kinder ist es wesentlich einfacher, die Schulen in Rheinbach zu erreichen.

Aufgrund der aktuellen Gesetzeslage darf die Gesamtschule nur dann Kinder aus Nachbargemeinden ablehnen, wenn es dort die entsprechende Schulform nicht gibt. Sonst ist sie gezwungen das Kriterium der Nähe zur Schule bei der Vergabe außen vor zu lassen.

Solange es in Swisttal keine Gesamtschule gibt, werden wir immer wieder vor der Situation stehen, dass es an der Gesamtschule in Rheinbach zu Engpässen kommt. Das betrifft aktuell dann aber nicht nur die Rheinbacher Kinder, sondern auch die aus der Gemeinde Swisttal.

Was oft auch vergessen wird, ist das Thema der Abgänger von den Gymnasien. Sollte sich abzeichnen, dass ein Kind in den Klassen fünf bis sechs Schwierigkeiten hat und abgeschult werden sollte, besteht derzeit nahezu keine Möglichkeit, dass es an der Gesamtschule Rheinbach einen Schulplatz erhält.

Aus diesen Gründen ist es immens wichtig, dass die Rheinbacher Eltern und die Swisttaler Eltern weiter aktiv bleiben und Druck auf die Politik ausüben, damit Lösungen umgesetzt werden.

  • In Rheinbach muss ein Notfallszenario erarbeitet werden für den Fall, dass in Swisttal keine Gesamtschule entstehen kann. Es muss dafür gesorgt werden, dass alle Rheinbacher Kinder auch in Rheinbach einen Schulplatz erhalten.
  • Die Gemeinde Swisttal muss aus Rheinbach bei der Umwandlung der Sekundarschule in eine Gesamtschule unterstützt werden, damit der Bezirksregierung auch die Dringlichkeit der Umsetzung klar wird.
  • Die Swisttaler Eltern müssen Druck auf ihre lokalen Politiker ausüben, damit die Anbindung der Schule in Heimerzheim an den ÖPNV verbessert wird.
  • Die Swisttaler Eltern sollten sich frühzeitig dazu entscheiden, die Umsetzung der Gesamtschule in Swisttal durch ihre Anmeldung zu unterstützen und nicht darauf zu hoffen, dass man in Rheinbach einen Schulplatz erhält.

Auch wenn der Zeitpunkt der Anmeldung noch mehr als ein Jahr in der Zukunft liegt, sollten alle Eltern jetzt schon aktiv werden. Wenn man erst einmal eine Ablehnung erhalten hat, wird es zu spät sein! Aus eigener leidvoller Erfahrung können wir, die Eltern der Elterninitiative, auch sagen, dass der Erhalt einer Ablehnung für alle beteiligten Familienmitglieder eine Belastung darstellt, insbesondere aber für die betroffenen Kinder. Viele Eltern haben von ihrem Kind die Frage gestellt bekommen, was mit ihm nicht stimmt, und warum keine Schule es annehmen kann. Da hilft es nicht, wenn den Kindern gegenüber Gesetzestexte zitiert werden, sie wollen Sicherheit haben und wissen, wo sie gemeinsam mit ihren Freunden in den nächsten schulischen Lebensabschnitt starten.

Sollten sie diesbezüglich Rückfragen haben,   steht  ihnen  ihr  Ansprechpartner  Herr Alireza Karimi  gerne  zur  Verfügung.   Sie erreichen  Herr Karimi  per Mail unter

elterninitiative-rheinbach@web.de