Gespräch mit Frau Kalkbrenner – Bürgermeisterin der Gemeinde Swisttal

Eine wesentliche Ursache für die Probleme in Rheinbach ist der sehr hohe Anteil an Schülern, die von außerhalb der Gemeinde Rheinbach einpendeln und Schulplätze belegen, die dann für die Unterbringung aller Rheinbacher Kinder fehlen.

Der größte Teil der Kinder kommt aus der Gemeinde Swisttal. Bei den Veranstaltungen der Elternvertreter waren auch immer wieder Eltern aus Swisttal anwesend, die auch darum bangen, dass ihr Kind keinen Platz an einer weiterführenden Schule in Rheinbach erhalten wird. Es wurden Kinder bewusst schon in Rheinbacher Grundschulen geschickt, obwohl vor Ort ein Grundschulplatz verfügbar gewesen wäre, um später eine bessere Chance auf einen Platz an einer weiterführenden Schule in Rheinbach zu haben.

Warum ist die Situation so, obwohl es in der Gemeinde Swisttal die Sekundarschule in Heimerzheim gibt, deren Lehrpläne etc. identisch mit denen der Gesamtschule Rheinbach sind? Der einzige Unterschied besteht darin, dass in Heimerzheim kein Abitur erworben werden kann und nach der Klasse 10 auf eine andere Schule gewechselt werden muss. Zudem kämpft die Schule in Heimerzheim um ihre Existenz, da die Schülerzahlen regelmäßig so gering sind, dass die Mindestanzahl von 75 Anmeldungen für 3 Klassen kaum oder gerade eben so erreicht wird.

Termin im Rathaus der Gemeinde Swisttal am 02.07.2018

Um Antworten auf diese Fragen zu bekommen, aber auch um die Gemeinde/Schule in Swisttal mit unterstützen zu können, wurde ein Gesprächstermin mit Frau Kalkbrenner vereinbart, die als Bürgermeisterin der Gemeinde Swisttal auch als zuständiger Schulträger für die Sekundarschule Heimerzheim verantwortlich ist.

Am 02.07.2018 fand das Gespräch zwischen Frau Kalkbrenner, Herr Magnus Wagner (Vorsitzender der Stadtschulpflegschaft Rheinbach) und Herrn Alireza Karimi (Sprecher der Elterninitiative Rheinbach) im Rathaus der Gemeinde Swisttal statt.

In einem offenen konstruktiven Gespräch wurden die Fragestellungen mit Frau Kalkbrenner diskutiert. Sie kann das Aufbegehren der Rheinbacher Elternschaft verstehen und begrüßt einen solchen Einsatz auch, wenn Eltern und Bürger für die Schulen in der eigene Gemeinde kämpfen.

Die Situation in Swisttal ist leider so (wie wir Rheinbacher es auch schon wahrgenommen haben), dass die Sekundarschule in Heimerzheim als ehemalige Hauptschule mit einem eher schlechten Ruf zu kämpfen hat. Dies aber völlig grundlos. In Heimerzheim wird viel unternommen und es gibt auch eine Reihe von Partnerschaften mit Schulen in den umliegenden Gemeinden, um den Kindern einen möglichst reibungslosen Übergang in die Sekundarstufe II an einer anderen Schule zu ermöglichen.

Laut Frau Kalkbrenner wird die Anbindung der Sekundarschule Heimerzheim in der Öffentlichkeit auch immer falsch dargestellt. So können zum Beispiel die Kinder aus Odendorf die Schule in Heimerzheim in knapp 30 Minuten erreichen und der Bus hält direkt an der Schule und die Kinder müssen nicht noch durch die halbe Stadt laufen.

Frau Kalkbrenner ist grundsätzlich dazu bereit, Gespräche zu führen, um eine überregionale Lösung für die Schulproblematik zu finden. Hierzu sollen Abstimmungen mit den Schulträgern aus den Nachbarkommunen stattfinden. Sie spricht sich aber auch dafür aus, dass aus der Elternschaft Druck, insbesondere in Richtung Landespolitik, aufgebaut wird. Sie würde es auch begrüßen, wenn es in ihrer Gemeinde einen Zusammenschluss von Eltern gibt, die in Kooperation mit den Rheinbacher Eltern für die Verbesserung der Schulsituation in beiden Gemeinden kämpfen.

Die Vertreter der Rheinbacher Eltern werden ihren Einsatz fortführen und als nächstes mit der Schulleitung der Sekundarschule in Heimerzheim sprechen.

Imageprobleme der Sekundarschule und neuer Name 

Über die Imageprobleme der Sekundarschule wird auch im Swisttaler Rathaus diskutiert.

Es wird überlegt der Schule einen neuen Namen zu geben,.

Zu dem Thema erschienen am 11.04.2018 gleich zwei Artikel im General Anzeiger  die ebenfalls hier im Blog verlinkt wurden:Schulentwicklung – Ein neuer Name für die Sekundarschule in Swisttal?

Infoabend der Stadtschulpflegschaft Rheinbach

Viele Eltern, deren Kinder von der Ablehnung an der Gesamtschule Rheinbach betroffen waren, werden im Rahmen einer Elterninitiative weiter für die Verbesserung der Schulsituation (insbesondere für die Gesamtschule) in Rheinbach kämpfen.
Da auch die Stadtschulpflegschaft und die Schulpflegschaften der Grundschulen aktiv an der Verbesserung mitarbeiten wollen, gab es Mitte Juni ein erstes Treffen, bei dem beschlossen wurde, die Eltern der aktuellen Drittklässler über die Situation zu informieren und wachzurütteln.
Dazu wurde kurzfristig ein Infoabend der Stadtschulpflegschaft in der Aula der Grundschule Merzbach organisiert.
Trotz der kurzfristigen Einladung unmittelbar vor den Sommerferien und der Tatsache, dass das Thema für viele Eltern der aktuellen Drittklässler noch nicht im unmittelbaren Entscheidungshorizont ist, war die Veranstaltung bereits mit mehr als 60 Eltern besucht.
Magnus Wagner informierte als Vorsitzender der Stadtschulpflegschaft über die Aktivitäten der Elterninitiative, die problematische Gesetzeslage, die erwarteten Anmeldezahlen, die Raumsituation und mögliche Lösungsansätze, wie die sich anbahnende erneute Eskalation im nächsten Jahr, zumindest entschärft werden kann.
Für den Jahrgang 2019/2020 wird mit ca. 200 Anmeldungen an der Gesamtschule Rheinbach gerechnet. Das aktuelle Raumkonzept lässt aber nur fünf Klassen zu, womit nur ca. 125 Kinder einen Platz bekommen können. Dabei werden wohl auch weiterhin Kinder aus Swisttal gleichberechtigt wie Rheinbacher Kinder behandelt werden müssen, da laut Schulgesetz NRW nur dann die Distanz zur Schule als Vergabekriterium herangezogen werden darf, wenn es die gleiche Schulform in der Nachbargemeinde gibt. Daher ist eine Sekundarschule einer Gesamtschule nicht gleichzusetzen.
Von Seiten der Politik wird immer wieder der Standort Alfter als Dependance der Gesamtschule Rheinbach als mögliche Lösung des Problems genannt. Damit dort eine Gesamtschule entstehen kann, müssen mindestens 75 Anmeldungen aus der Gemeinde Alfter selbst vorliegen. Ob das erfüllt wird, kann man aber erst nach Ende des Anmeldeverfahrens im Februar 2019 sagen.
Aus Sicht der Elterninitiative und der Schulpflegschaften wollen wir aber nicht mehr warten, sondern selbst aktiv werden und alle Möglichkeiten ansprechen, mit Politik und Schulen diskutieren, um das Ziel zu erreichen, dass die Rheinbacher Kinder, deren Eltern mit ihren Gebühren die Rheinbacher Schulen finanzieren, auch einen Schulplatz in Rheinbach bekommen und nicht mit dazu beitragen, dass in anderen Gemeinden eine schwarze Null propagiert wird und unsere Grundsteuer regelmäßig angehoben wird.
Von Seiten der Elterninitiative und der Schulpflegschaften sind eine Reihe weiterer Aktionen geplant, über die wir in diesem Blog regelmäßig berichten werden.

Infoabend der Stadtschulpflegschaft – 28.06.2018 20:00 Uhr Aula KGS Merzbach

Die Kapazitätsengpässe an der Rheinbacher Gesamtschule haben nicht nur die Vorjahre oder das aktuelle Jahr 2018 betroffen.

Wir werden in Rheinbach auch in den nächsten Jahren (bis mind. 2021) mit dieser Situation konfrontiert sein. Die bisherige Lösung, die durch Erweiterung auf eine sechszügige fünfte Klasse bestand, wird in den kommenden Jahren aber aufgrund der Raumsituation nicht mehr möglich sein!

Wir als Rheinbach Eltern setzen uns dafür ein, dass alle Rheinbacher Kinder einen Schulplatz an einer weiterführenden Schule in unserer Gemeinde erhalten können.

Für alle Fragen und Anregungen und Interessierte wurde Seitens der Stadtpflegschaft in Zusammenarbeit mit der Elterninitiative ein Infoabend in Merzbach geplant.

Der Infoabend der Stadtschulpflegschaft Rheinbach zum Stand der Schülerkapazitäten in den weiterführenden Schulen findet am 28.06.2018 um 20:00 Uhr in der Aula der KGS Merzbach, Weidenstrasse 10, 53359 Rheinbach / Merzbach statt

  • Stadtschulpflegschaft: was ist das genau
  • Bericht über die Vergabe von Schulplätzen an den Rheinbacher Schulen zum Schuljahr 2018/2019
  • Erwartete Anmeldezahlen für das Schuljahr 2019/2020
  • Infrastruktur und Raumkonzept der GE Rheinbach
  • Aufnahmepflicht von Kindern aus anderen Gemeinden -> mögliche Lösungen
  • Landesgesetze, Vorgaben und andere Rahmenbedingungen

Diese Veranstaltung richtet sich insbesondere an alle Eltern der Kinder, die im Jahr 2019 in eine weiterführende Schule wechseln werden, aber auch an die Eltern der Kinder, die in den darauffolgenden Jahren vor diesem Wechsel stehen werden, da wir bis mindestens 2021 mit den Kapazitätsproblemen rechnen müssen.

Ein weiterer Brief der Gesamtschule – Beruhigung für die meisten, aber leider nicht für alle Eltern

Am Anfang der Woche konnte die Sekundarschule Swisttal eine ausreichende Anzahl Anmeldungen für eine Dreizügigkeit vorweisen. Somit war auch der Weg für die Freigabe des sechsten Zugs an der Gesamtschule Rheinbach durch die Bezirksregierung frei.

Zusätzlich wurde die Klassenstärke von 27 auf 29 Kinder erhöht. Dazu gab es diverse Bedenken, da schon bei Klassen mit 27 Kindern, die teilweise Förderbedarf benötigen, ein geregelter Unterricht schwierig ist. Mit 29 Kindern ist das dann schon eine Herausforderung. Hier muss sichergestellt werden, dass trotz der höheren Klassenstärke die Qualität des Unterrichts gewährleistet ist. Das werden die betroffenen Eltern sicher genau beobachten und dafür kämpfen, dass hier ausreichend Personal zur Verfügung steht, um auch die sozialen Aspekte nicht unberücksichtigt zu lassen.

Leider konnte der neue sechste Zug nicht ausschließlich mit Kindern aus Rheinbach besetzt werden, sondern es musste wieder ein Losverfahren durchgeführt werden, bei dem Kinder aus den Nachbarkommunen gleichberechtigt mit Kindern aus Rheinbach berücksichtigt werden. Das heißt von den 39 zusätzlichen Plätzen konnten nur 25 mit Rheinbacher Kindern besetzt werden.

Am Freitag, den 16.03.2018, erhielten dann alle Eltern, die vor vier Wochen die Ablehnung der Gesamtschule erhielten, nochmals ein Schreiben der Gesamtschule. Für 25 abgelehnte Rheinbacher Kinder wurden somit im Nachrückverfahren Plätze an der Gesamtschule zur Verfügung gestellt. Für die übrig gebliebenen Kinder wird noch versucht, eine Lösung zu finden, die zum Beispiel in einer Aufnahme am städtischen Gymnasium oder der Realschule Meckenheim besteht.

Emotionen

Damit endete für die meisten betroffen Eltern, aber insbesondere für die Kinder, eine wochenlange Zeit der Ungewissheit, aber auch starker emotionaler Belastung.

Den Kindern musste auch deutlich gemacht werden, dass die ursprüngliche Ablehnung nichts mit ihnen persönlich zu tun hat. Viele hatten das auf sich selbst bezogen.

Nachdem am Freitag bekannt wurde, dass erste Briefe angekommen sind, sind viele Eltern voller Aufregung ihrem Postboten entgegen gegangen, weil sie es einfach nicht mehr erwarten konnten.

Die Anspannung war auch deshalb so hoch, weil am 16.03.2018 die Frist für die Anmeldung an einer weiterführenden Schule endete. Kinder, die dann nicht an einer weiterführenden Schule angemeldet sind, werden von der Bezirksregierung an Schulen mit freien Kapazitäten weiterverwiesen, die theoretisch bis zu 90 Minuten einfache Fahrtstrecke entfernt liegen können. Auch die Situation, dass die Realschule Meckenheim signalisiert hatte, dass man dort kurz vor dem Losverfahren sei und keine Anmeldegespräche mit Rheinbacher Kindern durchführe, trug nicht zur Entspannung der Situation bei.

Endlich können wir Eltern und unsere Kinder aber wieder ein Wochenende ohne Anspannung genießen.

Kosten der Schulplätze

Die Rheinbacher Bürgerinnen und Bürger kommen letztendlich mit Ihrer Grundsteuer etc. für die Räumlichkeiten der Schule auf, was die Finanzen der Stadt Rheinbach mit erheblichen Kosten belastet.

Es findet aber kein Ausgleich zwischen den Kommunen statt. So erhält die Stadt Rheinbach zum Beispiel keine Gelder aus Swisttal, obwohl eine Vielzahl an Kindern aus Swisttal die weiterführenden Rheinbacher Schulen besucht. Ein häufig genannter Grund ist die schlechte Busanbindung an die Swisttaler Sekundarschule. Insbesondere Kinder aus Odendorf können die Rheinbacher Schulen wesentlich besser per Zug erreichen.

Situationen für die nachfolgenden Jahrgänge

Aufgrund des Raumkonzepts an der Rheinbacher Gesamtschule wird es zukünftig nicht mehr möglich sein, sechszügige Jahrgänge zu starten. Das wird die Eltern direkt schon im nächsten Jahr 2019/2020 vor die gleiche Situation stellen, die auch wir in diesem Jahr erlebt haben. Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass die Anmeldezahlen im nächsten Jahr mindestens auf dem Niveau diesen Jahres liegen werden und somit wieder mehr als 50 Kinder (darunter auch mindestens die Hälfte aus Rheinbach) keinen Schulplatz an einer weiterführenden Schule in Rheinbach erhalten können.

Hier muss jetzt zeitnah etwas passieren, damit die Situation nicht wieder eskaliert und viele Eltern und Kinder wochenlang in Unsicherheit und teilweise auch verzweifelt die weitere Entwicklung abwarten müssen.
Es gibt auch Seitens der Politik schon verschiedene Initiativen wie die Eröffnung des Standortes Alfter (gegen den Swisttal bereits bei der Bezirksregierung Protest eingelegt hat) oder eine Kooperation mit Swisttal (die von dort in der Vergangenheit immer abgeblockt wurde) oder Gesetzesänderungen.

Ein großer Teil der Eltern, die jetzt für die Kinder des Jahrgangs 2018/2019 gekämpft haben, wird im Rahmen einer Eltern-/Bürgerinitiative weiter machen. Viele Eltern, deren Kinder in den nächsten Jahren in eine weiterführende Schule wechseln, haben schon angekündigt, sich dieser Initiative anzuschließen. Aber auch viele Bürgerinnen und Bürger, die nicht direkt betroffen sind, haben ihre Unterstützung angekündigt, da sie es für absolut nicht akzeptabel halten, dass in der Schulstadt Rheinbach nicht jedes Rheinbacher Kind einen Schulplatz an einer weiterführenden Schule erhält.

Wir die Eltern werden in diesem Blog aber auch über Facebook und unsere Kontakte zur Presse weiter über die Entwicklung informieren und alles dafür tun, damit eine solche Situation wie in diesem Jahr nicht noch einmal entsteht.

Dankeschön und Bitte um Verständnis

Wir möchten uns auch bei all den Rheinbacher Bürgerinnen und Bürgern bedanken, die uns, obwohl sie nicht persönlich betroffen waren, unterstützt haben.

Zusätzlich möchten wir aber auch einen Appell an diejenigen richten, die unsere Aktionen als übertrieben abgetan haben. Wer nicht selbst davon betroffen ist und insbesondere auch die Enttäuschung der Kinder miterleben muss, wird das nicht unbedingt nachvollziehen können. Aber leider haben wir in Rheinbach aktuell nicht mehr die Situation, dass auch jedes Rheinbacher Kind einen Platz an einer weiterführenden Schule garantiert bekommt. Daher kann es jeden in den nächsten Jahren treffen, der für sein Kind einen Schulplatz benötigt.

Ratssitzung am 05.03.2018 – leider immer noch keine Lösung

Am 05.03.2018 wurde in der Ratssitzung der Stadt Rheinbach über die Beschlussvorlage der  Sitzung des Ausschusses für Schule, Bildung und Sport vom 01.03.2018 debattiert und abgestimmt.

Mehrklasse für die Gesamtschule

Vom Rat wurde die Einrichtung einer Mehrklasse für die fünfte Klasse zum Schuljahr 2018/2019 an  der Gesamtschule Rheinbach beschlossen.

Leider löst das die von den Eltern und vielen Rheinbacher Bürgerinnen und Bürgern angeprangerte  Situation nicht oder bestenfalls nur in Teilen.

Für die Einrichtung der Mehrklasse ist die Zustimmung der Bezirksregierung erforderlich. Diese wird  aber nur dann zustimmen, wenn sich an der Sekundarschule in Swisttal-Heimerzheim mindestens 60  Kinder zum kommenden Schuljahr für die fünfte Klasse anmelden. Auslöser dafür war ein Schreiben,  das die Bürgermeisterin der Gemeinde Swisttal in der zweiten Februarwoche an die Bezirksregierung  und unseren Bürgermeister, Herrn Raetz, geschrieben hat.

Damit ist es noch nicht sicher, dass die Mehrklasse kommt, und ob überhaupt ein paar der 30 von der  Ablehnung betroffenen Kinder einen Schulplatz in Rheinbach erhalten werden.

Die betroffenen Eltern wurden aber aufgefordert, einen Plan B zu verfolgen und sollten ihr Kind bis  zum 16.03.2018 vorsorglich an einer anderen Schule anmelden. Hier stellt sich für die Eltern die  Frage, welche Schulen in Frage kommen.

Sollte doch noch die Mehrklasse von der Bezirksregierung genehmigt werden, führt das aber nicht  zur geforderten Lösung, dass alle Rheinbacher Kinder in Rheinbach einen Schulplatz bekommen. Für  diese Mehrklasse müssen dann wiederum die gleichen Auswahlkriterien Anwendung finden wie  auch für die anderen 5 Klassen.

Damit würde die Klasse dann (lt. Beschlussvorlage) aus 17 Rheinbacher Kindern und 10 Kindern aus  den umliegenden Gemeinden (insbesondere Swisttal) bestehen. Für 13 Rheinbacher Kinder  bestünde dann immer noch die Situation, dass sie ohne Schulplatz in Rheinbach sind.

Letztendlich wird die absurde Situation entstehen, dass viele Kinder aus Meckenheim und Swisttal an  die Rheinbacher Schulen pendeln und im Gegenzug eine Vielzahl Rheinbacher Kinder an die Schulen  in Meckenheim oder Swisttal fahren.

Hier ist aktuell auch noch nicht klar, welche Schulen in der Nähe überhaupt die Vielzahl an  betroffenen Kindern aufnehmen können. In Swisttal haben die Rheinbacher zusätzlich die Situation,  dass sie mit dem Bus eine Fahrzeit von 45 Minuten in Kauf nehmen müssen, wobei sie auch schon um 06:43 Uhr (ab Bahnhof Rheinbach) den einzigen Bus erreichen müssen, der pro Stunde zur Schule in  Swisttal fährt.

Wenn man diese Situation auch einmal aus ökologischer Sicht betrachtet, ist das reiner Irrsinn. Die  Eltern haben den Vertreter von Bündnis 90 / Die Grünen im Rat der Stadt Rheinbach, Herrn  Schollmeyer, darauf angesprochen, damit auch dieses Argument in den Diskussionen berücksichtigt  wird.

Kindern, die bis zum Ende des Anmeldezeitraums am 16.03.2018 keinen Schulplatz gefunden haben,  wird durch die Bezirksregierung ein Platz zugewiesen, der bis zu 90 Minuten Fahrzeit (einfache  Strecke) entfernt sein kann!

Resolution

Vom Rat der Stadt Rheinbach wurde im Rahmen der Ratssitzung auch eine Resolution verabschiedet,  die die Gleichstellung von Sekundarschule und Gesamtschule fordert oder der Stadt Rheinbach  ermöglicht, die eigenen Kinder (deren Eltern durch die Grundsteuer die Finanzierung der Schule mit  tragen) bei der Zuteilung der Schulplätze bevorzugt zu behandeln.

Leider ist nicht damit zu rechnen,  dass diese Resolution eine kurzfristige Änderung bewirkt.

Da die Situation in Rheinbach aber in den  nächsten Jahren ähnlich prekär sein wird wie in diesem Jahr, wird für die meisten von uns der Kampf  um die Schulplätze weitergehen, und auch viele andere Eltern von Grundschulkindern sind durch die  aktuelle Situation wach gerüttelt worden und wollen dafür kämpfen, dass in Zukunft jedes  Rheinbacher Kind einen Schulplatz in seiner Heimatstadt und seinem sozialen Umfeld findet.

Rede des Elternvertreters im Rahmen der Ratssitzung am 01.03.2018

Im Rahmen der Sitzung des Ausschusses für Schule, Bildung und Sport am 01.03.2018 18:00 Uhr wurden die Forderungen der betroffenen Eltern noch einmal durch Herrn Angelo Notti als Vertreter der Eltern dargestellt.

Die Forderungen wurden dem Rat der Stadt Rheinbach im Rahmen eines Bürgerantrags bereits im Vorfeld am 25. 02. 2018 übermittelt.

Guten Abend, 

ich heiße Angelo Notti und stehe hier vor ihnen als Rheinbacher Bürger, betroffener Vater und Vertreter von insgesamt 30 Rheinbacher Familien!

Wir alle sind betroffen von dieser unfassbareren und unvorstellbaren Situation, dass unsere Kinder keinen Platz an einer weiterführenden Schule unserer Gemeinde erhalten. 

Unvorstellbar vor allem für diejenigen von uns, die nicht nur in Rheinbach leben, sondern Rheinbach seit mehreren Generation prägen und gestalten.  

Deshalb fordern wir den Rat der Stadt Rheinbach auf, umgehend eine Lösung herbeizuführen, dass sämtliche Rheinbacher Kinder, die sich bei der Rheinbacher Gesamtschule beworben haben, angenommen werden.

Hierzu gilt es, einen Privilegierungsbeschluss nach § 46 Schulgesetz NRW für die Rheinbacher Kinder zu prüfen und umzusetzen.

In Königswinter wurde am 06.03.2017 mit Beschluss entschieden, dass Schüler aus Königswinter bei zukünftigen Anmeldeverfahren vorrangig berücksichtigt werden. Dies wollen wir auch für unsere Kinder!

Des Weiteren ist eine Kapazitätserweiterung zu prüfen, die ggf. durch die Beantragung von zwei Mehrklassen der Gesamtschule bei der Bezirksverwaltung umzusetzen ist. 

Zudem unverständlich wie und mit welchen Faktoren das Verteilverfahren stattgefunden hat!

Wie ist es zu erklären, dass nach unseren Informationen von 20 abgelehnten Kindern wir über 18 Jungen und nur 2 Mädchen sprechen? Und diese primär mit Realschulempfehlung!

Hier scheint es, dass keine angemessenen Faktoren als Berechnungsgrundlage genommen worden sind. 

Der Rat wird gebeten, das bisherige Verteilverfahren für den Einschulungsjahrgang 2018 offen zu legen und auf Rechtmäßigkeit zu prüfen. 

Durch die aktuelle Situation, dass 30 Rheinbacher Schüler an der Gesamtschule abgewiesen wurden, ist es zwingend notwendig, die Kapazität der Schule anzupassen. 

Es müssen alle Rheinbacher Kinder untergebracht werden und es dürfen keine Rheinbacher Kinder unversorgt bleiben.

Bereits mit der Schulausschusssitzung vom 5.4.2017 wurde protokolliert, dass die Schülerzahlen steigen.

Obwohl der Verwaltung, Politik und der Stadt das steigende Interesse der Gesamtschule bereits offenkundig war, hat hier bis heute leider niemand entsprechend gehandelt.

Es geht nicht an, dass das Gerangel zwischen den Kommunen und den Fraktionen auf dem Rücken der Kinder ausgetragen wird.

Als betroffene Eltern stehen wir nun vor weitreichenden Problemen. Einerseits werden wir vor organisatorische und finanzielle Herausforderungen gestellt, andererseits werden unsere Kinder aus ihrem sozialen Umfeld herausgerissen.

Zudem würde der Geschwisterbonus zukünftig entfallen und die auswärtigen Geschwister bevorzugen.  

Wir haben uns bewusst finanziellen Herausforderungen gestellt, um in Rheinbach zu wohnen und damit unseren Kindern den Zugang zu der beworbenen außergewöhnlich guten Schullandschaft zu ermöglichen.

Viele junge Familien sind dem Ruf der Stadt Rheinbach gefolgt und in die neu geschaffenen Baugebiete gezogen mit der vermeintlichen Gewissheit, hier für den zukünftigen Bildungsweg der Kinder absolut richtig gehandelt zu haben!

Leider herrscht hier mittlerweile ein großes Delta zwischen Werbung und Realität!

Dies wird leider auch weit über die Rheinbacher Stadtmauern hinaus wahrgenommen!

Die aktuelle Situation ist zudem vor dem Hintergrund, dass über alle Parteien hinweg Konsens bestand, dass die Gesamtschule ausreichend Plätze für unsere Schüler zur Verfügung stellt…….absolut unverständlich!

Hier und jetzt geht es nicht um Fraktionen, Gemeinden oder Personen, sondern allein um die Lösung. 

Deshalb sehen Sie bitte unsere Forderung „Rheinbacher Kinder in Rheinbacher Schulen“ für Sie als Auftrag im Interesse der Bürger, der Kinder und der Zukunft der Stadt Rheinbach! 

Wir zählen auf Sie……Vielen Dank! 

General Anzeiger: Gesamtschul-Dependance soll 2019/2020 in Alfter starten

Am 22.02.2018 erschien im General Anzeiger wieder ein Artikel im Zusammenhang mit der Rheinbacher Gesamtschule. Es wird die Einrichtung einer Dependance in Alfter Oedekoven thematisiert.

Für die aktuell 30 abgelehnten Rheinbacher Kinder wird das keine Lösung bringen. Da aber auch die folgenden Jahrgänge in Rheinbach sehr stark sind, ist auch im nächsten Jahr wieder mit einer ähnlichen Situation an der Rheinbacher Gesamtschule zu rechnen, sollte nicht eine andere Lösung gefunden werden.

Viele Eltern von Rheinbacher Drittklässlern verfolgen daher bereits die Diskussion zur Dependance in Alfter mit großem Interesse. Es kam schon die Fragestellung auf, ob dann Rheinbacher Kinder mit dem Schulbus nach Alfter gefahren werden sollen.

Zum Artikel

Rheinbacher Eltern informieren Bürgerinnen und Bürger

Am heutigen Samstag haben zahlreiche, von der Absage der Gesamtschule Rheinbach betroffene Eltern gemeinsam mit den Kindern, aber auch zahlreichen Unterstützern, in der Rheinbacher Innenstadt auf die Situation aufmerksam gemacht.

In kürzester Zeit waren die 1.000 Flyer verteilt. Viele Bürgerinnen und Bürger hatten schon vorher über das Internet von der Situation erfahren.

Es wurden viele Gespräche geführt und viele zeigten sich erschrocken darüber, dass es in unserer beschaulichen Schulstadt zu so einer Situation kommen kann.

Offener Brief an den Bürgermeister der Stadt Rheinbach

Am gestrigen Abend (23.02.2018) haben 20 von der unfassbaren Situation betroffenen Eltern einen gemeinsamen offenen Brief an unseren Bürgermeister Herrn Stefan Raetz verfasst.

Der Brief wurde von den Eltern unterschrieben und heute Morgen Herrn Raetz persönlich übergeben.

Hier der Wortlaut des Briefs:

Sehr geehrter Herr Raetz,

wir sind Rheinbacher…… und das aus ganzem Herzen!

Deshalb wenden wir uns mit diesem offenen Brief nicht nur an Ihre Stellung, sondern auch an Sie „Stefan Raetz“ als Rheinbacher!

Eine Stadt wie Rheinbach lebt von diesem familiären und freundschaftlichen „man kennt sich“ Gefühl!

Viele von uns sind hier zur Schule gegangen. Die Schule „im Ort“ zu besuchen ist nicht nur ein geografischer Vorteil. In der Schule werden Beziehungen und Freundschaften geschlossen!

Dieses Vertrauen, das eine Gemeinde ausmacht, wächst mitunter in der Schule.
Vertrauen, das Mensch zu Partnern, Freunden oder in Geschäftsbeziehungen bringt.

Das Kind in eine benachbarte Gemeinde zur Schule zu bringen, würde uns Eltern u.a. vor eine organisatorische und finanzielle Herausforderung stellen.

Für unsere Kinder jedoch ist es weit mehr als das!
In diesem wichtigen und prägenden Lebensabschnitt, in dem aus Kindern Erwachsene werden, ist eine benachbarte Gemeinde nicht nur eine räumliche Distanz.

Soziale Kontakte, die in der Schule aufgebaut werden, können unter diesen Umständen kaum bestehen bleiben. Ein gesundes soziales Umfeld fördert das Wohlbefinden, die Belastbarkeit und somit die Leistungsfähigkeit der Kinder.

Und Leistung ist das, was die Zukunft von unseren Kindern fordert!

Letzten Samstag haben wir alle ein Schreiben mit der Aufschrift „Rheinbach – Das reinste Vergnügen“ erhalten. Der Inhalt war für unsere Familien dann nicht vergnüglich: Es waren die Absagen der Gesamtschule Rheinbach für unsere Kinder.

Wir wollen, dass unsere Kinder hier in Rheinbach Stadt auf die – von uns mit finanzierten – Gesamtschule gehen können. 

Wir sind uns sicher, dass Sie verhindern werden, dass Rheinbacher Kinder jetzt schon zu „Berufspendlern“ werden!

Rheinbach ist die Stadt der Schulen. Bitte sorgen Sie dafür, dass sich der Slogan „Gesamtschule Rheinbach – eine Schule für alle“ verwirklicht und dass alle Rheinbacher Kinder in ihrer Heimatstadt zur Schule gehen können, den Ort, den sich auch die Zugezogenen aufgrund seines guten Rufes wegen seiner Schulen, ausgewählt haben!

Mit freundlichen Grüßen

Rheinbacher Eltern